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Freitag, 16. November 2018
 
 
09.08.2010 - Verwendung von Einsatzfotos und Videoaufnahmen für die Öffentlichkeitsarbeit Drucken

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Die Problematik der Verwendung von Einsatzfotos und Videoaufnahmen wurde in der Brandwacht Heft Nr. 3/2010, Seiten 90 – 93 näher erläutert. Aus gegebenem Anlass möchte ich nochmals einzelne wichtige Punkte aus dem Artikel zusammenfassen:

 

Wer darf an der Einsatzstelle fotografieren ?
  1. Für das Fotografieren an sich - und dazu gehört auch das Aufnehmen von Videos - gibt es im Prinzip keine Einschränkung. Das gilt für fotografierende Einsatzkräfte genauso wie für Journalisten oder auch Schaulustige an einer Einsatzstelle. Ein Fotograf kann sich aber dann strafbar machen, wenn er bei der Aufnahme Regeln und Gesetze verletzt. Wer unberechtigt in ein Haus eindringt, um dort Aufnahmen zu machen, begeht Hausfriedensbruch. Wer Absperrungen missachtet und sich oder andere dadurch gefährdet oder den Einsatzablauf stört, dem kann ein Platzverweis ausgesprochen werden (ggf. auch durch Führungsdienstgrade der Feuerwehr gem. Artikel 25 BayFwG).
    Bei einer Feuerwehr sollte genau geregelt sein, wer Einsatzfotos machen darf. Es kann nicht sein, dass jede Einsatzkraft ohne jede Kontrolle Einsatzbilder macht. Hier ist dann die Weitergabe (ob gegen Entgelt oder unentgeltlich) nicht mehr überschaubar. Dies gilt insbesondere auch für Fotohandys.
    Es wird dringend empfohlen, dass die Kommandanten in ihren Feuerwehren klare Regeln festlegen, wer Einsatzfotos machen darf!
    Besonders zu beachten ist, dass alle Feuerwehrdienstleistenden einer Verschwiegenheitspflicht unterliegen, unter die auch das Weitergeben von Einsatzfotos fällt!
  2. Veröffentlichung von Einsatzfotos und Videoaufnahmen.
    Kritisch zu betrachten ist die Veröffentlichung von Fotos und Videoaufnahmen. Das betrifft auch die Betreiber von Internetseiten, also auch die Verantwortlichen bei den Feuerwehren, die eine eigene Homepage haben. Gerade bei Einsatzbildern steht der im Grundgesetz Artikel 1 Abs. 1 i. V. m. Artikel 2 Abs. 1 garantierte Persönlichkeitsschutz im Vordergrund. Gemäß § 22 Kunsturhebergesetz dürfen „Bildnisse nur mit Einwilligung des Abgebildeten verbreitet oder öffentlich zur Schau gestellt“ werden. Ausnahmen sind für „Bildnisse aus dem Bereich der Zeitgeschichte“ möglich. Betroffene von Unglücksfällen können durch ein solches Ereignis vorübergehend zu so genannten „relativen Personen der Zeitgeschichte“ werden, deren Recht am eigenen Bild gegenüber dem in diesem Einzelfall höher bewerteten Recht auf freie Presseberichterstattung zurücktreten muss. Es darf jedoch auch bei solchen Aufnahmen die Würde, Privat- oder Intimsphäre von Opfern nicht verletzt werden.
    Verletzten- oder Leichenfotos dürfen nicht veröffentlicht werden!
    Unter Umständen drohen zivilrechtliche Folgen bis hin zu Schadensersatzzahlungen.
    Auch Fragen des Datenschutzes müssen beachtet werden. So müssen Autokennzeichen oder Firmenaufschriften unkenntlich gemacht werden.
  3. Verwendung der Bilder für Ausbildungszwecke und Einsatzdokumentation.
    Wer Einsatzfotos unbearbeitet für Ausbildungszwecke und Einsatzdokumentation innerhalb der Feuerwehr bereithält, muss sicherstellen, dass diese Fotos nicht über den eigentlichen Zweck hinaus verwendet werden. Fotos von Leichen oder Verletzten sollen deshalb nicht auf einem Laufwerk gespeichert werden, auf das alle Mitglieder der Feuerwehr ohne Beschränkung zugreifen können. Die Fotos müssen so gespeichert sein, dass nur bestimmte Mitglieder der Feuerwehr darauf Zugriff haben und auch jederzeit nachvollziehbar ist, wer diese Fotos abgerufen hat.
  • 4.      Weitergabe von Einsatzfotos an die Medien
    Feuerwehren (aber auch andere BOS-Organisationen) bieten teilweise ihre Einsatzfotos offiziell den Medien an. Die Medien nehmen solche Angebote aus verschiedenen Gründen gerne an:
    a) Die Fotos werden meist kostenlos geliefert.
    b) Die Bilder sind aktueller und damit auch spektakulärer als die von später eintreffenden Fotojournalisten.
    c) Als Beteiligte des Einsatzgeschehens gelten i. d. R. keine Absperrungen; die Bilder können aus der Nähe gemacht werden.

    Fotojournalisten sehen eine solche Entwicklung mit Sorge. Immer häufiger gehen solche Bilder bei überregional bedeutsamen Einsätzen auch an Presseagenturen, die solche Bilder dann bayern- oder gar bundesweit verbreiten. Für die Fotojournalisten bedeutet dies, dass sie ihre Fotos nicht nur bei den regionalen Medien nicht mehr verkaufen können, sondern auch das überregionale Geschäft verloren gegangen ist. Fotojournalisten leben jedoch von ihren Bildern. Das Bayer. Innenministerium stellt dazu auch eindeutig fest, dass es nicht zu den Aufgaben der Einsatzkräfte gehört, die Medien mit Bildmaterial vom Unfallort zu versorgen.
    Einsatzfotos sollen deshalb - wenn überhaupt - nur dann an die Medien weitergegeben werden, wenn keine anderen Fotos auf dem Markt sind!

 

Bei allem Verständnis dafür, dass Feuerwehren ihre besonders bei schlimmen Verkehrsunfällen sehr schwierige Arbeit auch in der Öffentlichkeit darstellen wollen und sollen, bitte ich die Kommandanten darauf zu achten, dass die genannten Grundsätze zur Vermeidung von Unannehmlichkeiten aber auch rechtlichen Konsequenzen zwingend beachtet werden.

W. Söldner
Kreisbrandrat Landkreis Kelheim

 
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