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Sonntag, 18. November 2018
 
 
18.10.2014 - Fahrsimulator zu Gast, betreut durch die FFW Neustadt Drucken
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Feuerwehren trainieren am Computer

Feuerwehren üben für ihre Einsatzfahrten am Computer: Ein Fahrsimulator soll helfen, den Blick des Personals für Gefahrensituationen zu schärfen.

 

Von Jochen Dannenberg, MZ

fahrtrainer_2014.jpgNeustadt. Das Tatüü Tatüü des Signalhorns der Feuerwehr ist zu hören, Funkverkehr lärmt aus dem Cockpit. Mit einem Mal scheppert es. Die Fahrt des Feuerwehreinsatzfahrzeuges bricht abrupt ab. Der Fahrer hat einen Pkw gerammt. Der Mann lacht trotzdem, denn niemand ist verletzt worden oder sonst zu Schaden gekommen. Die Fahrt fand auch nicht auf einer öffentlichen Straße, sondern auf dem Dachboden des Neustädter Feuerwehrzentrums statt. Dort trainieren seit mehreren Tagen Feuerwehrleute Einsatzfahrten an einem Fahrsimulator.

Reiner Greif, Hauptbrandmeister, ist mit dem Fahrsimulator im Auftrag des Landesfeuerwehrverbandes Bayern und der Versicherungskammer Bayern, im Freistaat unterwegs. Sein Auftrag: Einsatzfahrten der Feuerwehren sollen sicherer werden. Darum schult er die Fahrer der Feuerwehren. Die meisten von ihnen fahren im „normalen“ Leben einen Pkw. Greif weiß, Fahrten mit Lkw, in Stresssituationen und dass auch noch mit den Sonderrechten, die Feuerwehren im Straßenverkehr haben, müssen geübt werden.

Der Fahrer im Simulator hat seine Fahrt inzwischen fortgesetzt. Es geht aus der Stadt heraus zu einem Waldbrand. Über große Bildschirme kann er verfolgen, wo er gerade ist und seine Fahrweise den Verkehrsverhältnissen anpassen. Ein Tacho zeigt die Geschwindigkeit an. Fahrersitz, Lenkrad, Cockpitarmaturen – alles entspricht richtigen Fahrzeugen. Ein Rekorder zeichnet die Fahrt auf. Und Fahrsicherheitstrainer Greif schaut dem Mann am Lenkrad über die Schulter.

Das Training im Auftrag des Landesfeuerwehrverbandes Bayern und der Versicherungskammer Bayern ist ein Projekt, das auf vier Jahre angelegt ist. Für eine Woche steht der Simulator Feuerwehren aus dem Landkreis Kelheim in Neustadt zur Verfügung. „Mit dem Sondersignal-Fahrt-Trainer können Fahrzeugmaschinisten die Vermeidung kritischer Situationen auf Einsatzfahrten trainieren“, erklärt Jürgen Bucher, Kommandant der Neustädter Feuerwehr. Die Fahrer der Einsatzfahrzeuge sollen in Grenzsituationen sicherer agieren und reagieren können.

Reiner Greif sieht sich inzwischen mit seinem Schüler die Unfallszene an. Zwei Autos warteten an einer roten Ampel nebeneinander. Der Fahrer des Feuerwehrfahrzeugs hatte mit eingeschaltetem Signalhorn und Blaulicht an den beiden Pkw links vorbeifahren und wieder einscheren wollen, als die Ampel auf grün schaltete, die Pkw plötzlich losfuhren und das Einsatzfahrzeug mit einem der Wagen kollidierte. „Was hast Du falsch gemacht? Welche Alternativen gab es?“, fragt der Instruktor. Der Schüler antwortet, er hätte hinter den stehenden Fahrzeugen warten können, er hätte darauf warten können, dass sich eine Gasse bildet, durch die er mit seinem Wagen hätte fahren können. Der Instruktor ist zufrieden.

Es sind Momente wie diese, um die es bei dem Fahrtraining geht. Zwar gibt die Straßenverkehrsordnung Feuerwehren für Einsatzfahrten Sonderrechte. So sind die Fahrer im Einsatzfall davon befreit, Vorfahrtvorschriften, Geschwindigkeitsvorgaben und Ampelanlagen einzuhalten. Auch dürfen sie Einbahnstraßen in verkehrter Richtung befahren sowie Halte- und Parkverbote ignorieren. Dennoch dürfen sie nicht einfach drauflos rasen und zum Rambo im Straßenverkehr mutieren. Schon kleine Fehler können den Zweck der Fahrt, die Hilfeleistung, verhindern.

Das wird auch dem nächsten Maschinisten schnell klar, den Reiner Greif auf den Fahrersitz des Simulators bittet. Der junge Feuerwehrmann unterschätzt die Geschwindigkeit, mit der er unterwegs ist. Mit 25 bis 28 km/h rumpelt sein Fahrzeug über eine Bordsteinkante. „Da hat‘s Euch ganz schön durchgeschüttelt“, stellt der Instruktor bei der anschließenden Besprechung fest. „Möglicherweise wäre an dieser Stelle aber auch ein Reifen platt gewesen. Eure Fahrt wäre damit beeendet gewesen und ihr hättet den Einsatzort nicht erreicht. Drum denkt daran, auch bei Einsatzfahrten immer Rücksicht zu nehmen und Umsicht zu beweisen.“

Quelle: Mittelbayerische Zeitung  

 
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